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900 Jahre Gurker Domkapitel: Buchpräsentation

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Buchpräsentationen durch Herausgeber Peter Tropper am 20. April im Dom zu Klagenfurt und 3. Mai im Kärntner Landesarchiv.

Seit rekordreifen 900 Jahren gibt es bereits das Gurker Domkapitel. Dieses Gremium aus aktuell acht Priestern hat bedeutende Aufgaben in der Leitung der Diözese Gurk-Klagenfurt und in der Seelsorge. Von einer breiten Öffentlichkeit beachtet wurde es im Juli 2018, als nach dem Weggang von Alois Schwarz der Bischofsstuhl unbesetzt war. Damals übernahm das Domkapitel die Leitung der katholischen Kirche Kärntens. Der frühere Leiter des Diözesanarchivs in Klagenfurt, Peter Tropper, hat gerade im Auftrag des Domkapitels eine Jubiläumsfestschrift herausgegeben. Erschienen ist das 200-seitige Buch im Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten. Präsentiert wird „900 Jahre Gurker Domkapitel“ erstmals am Donnerstag, 20. April, um 18.00 Uhr bei einer Festveranstaltung im Dom zu Klagenfurt und dann auf Einladung des Geschichtsvereines nochmal am Mittwoch, 3. Mai, um 18.00 Uhr im Kärntner Landesarchiv in Klagenfurt. Erhältlich ist es um 21 Euro im Buchhandel und über den Geschichtsverein.

Herausgeber Peter Tropper mit der Jubiläumsfestschrift „900 Jahre Gurker Domkapitel“ © Erich Varh-Tropper
Herausgeber Peter Tropper mit der Jubiläumsfestschrift „900 Jahre Gurker Domkapitel“ © Erich Varh-Tropper

„Die letzte gedruckte Geschichte des Gurker Domkapitels ist 1783, also vor 240 Jahren, erschienen“, erzählt Autor Peter Tropper. Er hat für die Jubiläumsfestschrift unter anderem 125 kurze Biographien von Domherren verfasst, die seit der 1787 erfolgten Kapitel-Übersiedelung von Gurk nach Klagenfurt aufgenommen wurden. Nach vierzig Jahren als Kirchenmitarbeiter im Archiv fiel es ihm nicht schwer, dafür das entsprechende Quellenmaterial in Klagenfurt und auch Wien auszuheben, meint er augenzwinkernd. „900 Jahre Gurker Domkapitel“ enthält zudem Beiträge von Dompropst Engelbert Guggenberger, Dompfarrer Peter Allmaier und Ordinariatskanzler Jakob Ibounig sowie ein Geleitwort von Diözesanbischof Josef Marketz. Die Geschichte des Domkapitels bis zum Jahr 1787 behandelt ein Beitrag des 2019 verstorbenen Generalvikars und Kirchenhistorikers Karl-Heinz Frankl. Dieser war außerdem der direkte Vorgänger von Tropper als Leiter des Diözesanarchivs.

Ein spannendes Detail enthüllt die Jubiläumsfestschrift über die auf 1124 datierte Gründungsurkunde des Domkapitels. „Die Urkunde wurde zwischen 1196 und 1200 gefälscht“, so Tropper. Vermutlich wurden dafür aber echte Aufzeichnungen verwendet. „Um das Ansehen des Domkapitels zu erhöhen und seine Tradition bis in die Gründungszeit des Bistums Gurk zurückzuführen, wurden nachträglich Bestätigungen von Schenkungen der Heiligen Hemma und des ersten Gurker Bischofs Gunther hinzugefügt“, so der Historiker. Mit Hemma, deren Klosterstiftung 1043 den Grundstein für die spätere Diözese Gurk bildete, ist das Domkapitel bis heute eng verbunden. „Am Hemmatag, dem 27. Juni, empfangen Gläubige seit Jahrhunderten von Kapitelmitgliedern den Augensegen mit einem von der Heiligen Hemma stammenden Ring“, sagt Tropper.

1170 trat in der Geschichte des Domkapitels ein besonders Prominenter in Erscheinung. Kaiser Friedrich I. Barbarossa schenkte dem Kapitel damals das Recht, erzhaltiges Material zu schürfen und zu verwerten. In der jüngeren Geschichte sind es vor allem auch sozialpolitische Themen, mit denen das Domkapitel auffiel. So gründete Domherr Valentin Podgorc 1899 das genossenschaftliche Lagerhaus in Kühnsdorf und 1926 das slowenische Kirchenblatt „Nedelja“. Nach dem Zweiten Weltkrieg unterstützte des Domkapitel zahlreiche Familien, indem es Kapitelgrund für die Errichtung von Eigenheimen kostengünstig abtrat. Großen Bedacht legt es zudem auf die deutsche und slowenische Sprache in Kärnten. „Unter den knapp 130 Domherren seit dem Jahr 1787 finden sich 46 Geistliche mit slowenischsprachiger Herkunft“, erklärt Tropper.

© Erich Varh-Tropper
Herausgeber Peter Tropper mit der Jubiläumsfestschrift „900 Jahre Gurker Domkapitel“ © Erich Varh-Tropper

Von den 125 im Buch beschriebenen Domherren hebt Tropper vier bedeutende Wissenschaftler hervor. Dies sind der Naturforscher Sigmund von Hohenwart (1745-1825), der Historiker Heinrich Hermann (1793-1865), der Kunsthistoriker Matthäus Grösser (1843-1921) sowie der Sagen- und Märchenforscher Franz Franzisci (1825-1920). Das heutige Domkapitel besteht aus Dompropst Engelbert Guggenberger, Domdekan Michael Kristof, Stiftspfarrer Josef-Klaus Donko, Stiftspfarrer Gerhard Christoph Kalidz, Kanonikus Matthias Hribernik, Ordinariatskanzler Jakob Ibounig, Dompfarrer Peter Allmaier und Generalvikar Johann Sedlmaier. Das Domkapitel versteht sich als Gegenüber zum Diözesanbischof, so bedürfen auch alle wichtigen personellen und finanziellen Entscheidungen der Zustimmung des Kapitels.

Informationen und Bestellungen von „900 Jahre Gurker Domkapitel“ unter: https://geschichtsverein.ktn.gv.at/

Redaktion: Markus Böhm, Pressereferent und Mitglied im Beirat des Geschichtsvereines

Rückfragen: Geschichtsverein für Kärnten, geschichtsverein@landesmuseum.ktn.gv.at

Tel.: 0463 536 – 30573

© Geschichtsverein für Kärnten
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