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Tröpolacher Kinder aufgepasst: Am 5. Jänner 2019 – seid ihr alle ganz herzlich zum GLOCKNLAF´N eingeladen. Zeit und Treffpunkt: 17:30 Uhr beim Berger Kreuz im Oberen Dorf.

Glocknlaf´n © Leopold Salcher

Es ist ein alter Brauch, der sich in der Art eigentlich nur mehr in Tröpolach erhalten hat. Daher ist es wichtig, daß dieser Brauch bestehen bleibt. Das geht aber nur, wenn ihr alle mitmacht. Glocknlafn dürfen ja nur die Kinder, das ist euer Brauch und eure Veranstaltung. Es ist immer gut, wenn dabei größere Kinder (Haupt-/NMS-schüler) mitmachen und die kleineren unterstützen.

Richtet schon rechtzeitig die Glocken her. Sollt ihr keine Glocke haben, geht zu einem Bauern in der Nachbarschaft, den ihr kennt, und bittet ihn, daß er Euch eine größere oder kleinere Glocke für diesen Abend leiht. Daher ergeht auch an unsere Landwirte das Ersuchen, die Kinder dahingehend zu unterstützen.

Eine Bitte auch an die Eltern: Helft mit und stoßt ein wenig an, damit die Kinder mitmachen. In den letzten Jahren waren nur mehr gezählte Kinder dabei. Es wäre schade, wenn es diesen Brauch nicht mehr geben würde. Die Gefahr ist groß. Unsere Ortschaft wäre um eine Tradition ärmer.

Ein Ersuchen auch an unsere Feuerwehr: Es wäre schön, wenn Gehsteig und Straße beim Gedl-Bildstock ausgeleuchtet wird, damit die Sicherheit der Kinder gewährleistet ist.

Damit ist auch die Ortsbevölkerung eingeladen, ihr Interesse am Glocknlafn zu bekunden und die Kinder größtmöglich zu unterstützen.

Der Hintergrund des Glocknlafn´s und Überlieferungen dazu sind hier im Anhang zu lesen.

Das Tröpolacher Glocken-Laufen (“Glocknlafn”)

Sicherlich sind die Bräuche rund um die Rauhnächte und die Vertreibung dieser frostigen Gesellen heidnischen Ursprungs, in vielen Teilen unserer Heimat zählen sie noch zum fixen Bestandteil des dörflichen Kulturlebens. Eher geläufig ist das Treiben der furchterregenden Perchten, die den Rauhnächten den Garaus machen (wollen). Weniger bekannt hingegen ist, daß auch Kinder die gefürchteten Frostriesen zu vertreiben versuchen. Wie etwa in Tröpolach im Gailtal. Dort gibt es seit Menschengedenken das “Glockenlafn” der Kinder. Erwachsene sind zu Begleitern oder Beobachtern degradiert. Die Kinder sind die alleinigen Akteure. Volkskundler führen die Erhaltung vieler Bräuche in unserer Region auf die seinerzeitige Abgeschiedenheit vom Verkehr zurück, das mag die enge Verbundenheit zu den Volksbräuchen insgesamt erklären. Dazu zählt zweifellos auch das Tröpolacher “Glockenlafn”. Am Vorabend des Dreikönigstages, nachdem die Kirchturm-Glocke nach dem Betläuten verstummt ist, kommen die Kinder beim Berger-Wegkreuz im Oberdorf zusammen. Sie haben kleine und größere Kuhglocken und Schellen mit dabei. Die Kinder knien vor dem Kreuz nieder, beten das Vaterunser – seinerzeit auch das Glaubensbekenntnis. Ist das Gebet beendet, hebt der Glockenlärm an, die Kinder läuten ihre verschieden großen Kuhglocken und Schellen und laufen oder gehen schnellen Schrittes bis ins untere Dorf zum heutigen “Gedl-Bildstock”. Früher war es eine kleine Kapelle beim Gasthaus Durnthaler, die allerdings in den Fünfzigerjahren dem Straßenausbau weichen mußte. Beide, sowohl das Berger-Kreuz als der Bildstock beim Durnthaler, heute eben beim Kurz vlg. Gedl, standen vor langer Zeit jeweils am Ortsanfang. Die Gailtaler Landstraße führte damals nicht – wie heute – nördlich der Gail, sondern durch Tröpolach. Auch beidiesem Bildstock beten die Kinder ein gemeinsames Vaterunser, drehen um und laufen mit lautem Glockengeläute zurück zum Berger-Kreuz. Abermals wird gebetet und zum dritten Mal laufen sie wild läutend den langen Weg durch den Ort zum Gedl-Bildstock. Ein letztes Vaterunser beschließt diesen dreimaligen Gang durch die langgestreckte Ortschaft. Doch jetzt ist äußerste Vorsicht angesagt. Krampfhaft halten sie den Schwengel ihrer Glocke, damit ja kein Glockenschlag die nächtliche Stille mehr bricht. Denn nur ein einziger lauter Glockenklang würde das “Wilde Heer” – also den Teufel mit seinen feurigen Gesellen – herausfordern. Einer mündlichen Überlieferung zufolge soll vor vielen Jahren auf diese Weise in Rattendorf, Nachbarortschaft von Tröpolach, das “Wilde Heer” herausgefordert worden sein. Denn auch dort wurde seinerzeit dieser Brauch geübt, bis ein schrecklicher Vorfall dem ein Ende gesetzt haben soll. Die teuflische Jagd fegte damals durch diesen Ort und nur mit letzter Kraft konnten sich die Bewohner in ihre Häuser retten, die Haustüren rasch mit Weihwasser besprengen und sich so den Teufel vom Leibe halten. Nur jener übermütige Bub, der nach dem Glockenlafn die Glocke absichtlich weiter geläutet und damit das Wilde Heer erzürnt haben soll, schaffte es nicht mehr in sein Elternhaus. Ein gellender, durch Mark und Pein dringender Schrei war sein letztes Lebenszeichen. Der Bub blieb für immer verschwunden …!

Erzählt von Leopold Salcher